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Alexandra H. pixelio

…. weshalb die Menschheit mutiert.

Viele von uns kennen Sie: Teddybären und andere Stofftiere aus dem Haus Steiff.  Im Jahr 1877 erfunden durch Margarete Steiff. Begonnen mit einem Stoffelefanten wurde im Laufe der Jahre der Plüsch-Bär kreiert. 1904 wird von Richard Steiff das Markenzeichen, der Knopf im Ohr, entwickelt. Bis 2014 war die Markenbezeichnung geschützt. Jetzt kann den ‚Knopf im Ohr‘ jeder Hersteller verwenden.

Und dies geschieht auf ganz besondere Art und Weise. Es gibt eine neue Generation von  ‚Knopf im Ohr‘. Einige Hersteller nennen diese Headset oder Kopfhöhrer. Und sie sind nicht nur den Kindern vorbehalten. Sie sind in allen Gesellschaftsschichten verbreitet; altersunabhängig.

Wann haben Sie sich das letzte Mal bewusst auf den Straßen, den U-Bahnen, S-Bahnen, anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, Pausenhof oder Cafe umgesehen? Ist Ihnen da eine neue Spezies aufgefallen? Man sieht sie übrigens auch in Wald und Feld.

Es könnten Nachkommen der Steiffschen Spielzeugtiere sein! Knopf im Ohr und manchmal sehr versteifft.

Wir sehen sie an vielen Orten:

  • die Kopfhaltung meist nach vorne unten
  • der Blick – entrückt
  • der Geist – an einer vollkommen anderen Stelle
  • Bewegung – erscheint gesteuert
  • Aufmerksamkeit – auf das ‚Steuerungsinstrument‘ wie Smartphone, Tablett gerichtet

Es scheint, als würden sie gesteuert. Gesteuert von einem Rhythmus, der ihnen vorgegeben wird, der sie Robotern ähnlich ohne Wahrnehmung der Umwelt vorangehen lässt. Gesteuert durch Gespräche, die keine Konzentration auf anderes ermöglicht. Sehen wir sie auf der Straße, weicht der Knopflose aufmerksam aus. Doch vielleicht wäre Stehenbleiben die richtige Methode um die Lethargie aufzulösen und die Menschen wieder ins wirkliche Leben zurück zu holen.

Ein innerer Rückzug kann eine Kraftquelle sein, wenn wir einer überzogenen Reizüberflutung ausgesetzt sind. Fast ununterbrochene Gespräche oder Musik, die dazu führen, dass die äußere Welt nur noch fragmentarisch wahrgenommen wird, ist jedoch kein Rückzug in diesem Sinne (auch wenn man sich von der Welt zurückzieht!). Es ist vielmehr die Reizüberflutung.

Mit einem überwiegend vorgegebenen Rhythmus verlernen wir den eigenen zu entwickeln. Auf den eigenen zu hören wird uns fremd. Takt als Steuerung und zur Unterstützung bestimmter Aktivitäten ist sicher hilfreich. Um Taktgefühl zu entwickeln bedarf es ebenfalls  einer Anleitung. Doch wer taktsicher ist, ist anschließend in der Lage auf den Takt abgestimmt seinen eigenen Rhythmus zu finden. Und zu guter Letzt lösen Sie die Fremdsteuerungsmechanismen auf und übernehmen wieder selbst das Ruder für Ihr Leben.

Nein, dies ist keine Aufforderung sich vor der digitalen Welt zurückzuziehen. Smartphone, Tablett, PC sind Werkzeuge, die unterstützen, die hilfreich sind, die das Leben und die Arbeitswelt vereinfachen können. Von vielen Orten anrufen zu können, von unterwegs auch Mails zu prüfen, all dies bringt Unabhängigkeit birgt jedoch auch die Gefahr der Abhängigkeit. Nur digitale Welt ist genauso ‚ungesund‘ wie keine digitale Welt. Sie gehört zum Leben dazu.

Es soll vielmehr eine Aufforderung sein, das ganz normale tägliche Verhalten einmal zu überprüfen, ob es denn tatsächlich so sinnvoll ist und uns gut tut. Deshalb:

Auch wenn das Markenzeichen ‚Knopf im Ohr‘ für Steifftiere nicht mehr in gewohnter Manier existiert, überlassen Sie diese Knöpfe trotzdem den Stofftieren. Diese wirken in ihrer ‚Steiffheit‘. Wir Menschen wirken in unserer Lebendigkeit und  der Teilnahme am Leben!

Bleiben Sie aufmerksam; bleiben Sie mitten im Leben – nehmen Sie wahr, was um Sie herum geschieht.

Und sollten Sie am Ständigen-Erreichbarkeits-Syndrom leiden, so gibt es auch für dieses Leiden eine Lösung.

Herzlichst

Ihre

Ursula Vormwald

 

 

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