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Setzen Sie Grenzen oder haben Sie einen Rahmen, in dem Sie sich bewegen? Und was ist nun der Unterschied? Ist es positiv? Ist es negativ? Ist es beides?

Definitionen

Von Grenzen spricht man  zuerst bei Ländern und im Militär. Eine Grenze bietet Schutz, den  eigenen oder den fremden. Grenzen können fließend sein, sprich es gibt eine Grauzone. Visuell werden Grenzen mit einer Art Schutzwall, einer Mauer verbunden, mindestens mit einem dicken Strich.

Spricht man von einem Rahmen, kommt das sprichwörtliche Bild in den Sinn. Der Bilderrahmen, der Stickrahmen. Die Formen sind unterschiedlich: Klare Linien, Ornamente, Schmuck, üppig, dezent, verziert, puristisch usw.

Bedeutungen der Grenzen

Überschreite ich eine Grenze, verlasse ich ein Land und befinde mich in einem neuen Land. Verlasse ich meinen Rahmen, bin ich haltlos. Ich stehe außerhalb einer Situation, Beziehung u.ä.

Sich Grenzen setzen ist Einengung der persönlichen Handlungsfreiheit. Weiterentwicklung ist unmöglich. Setze ich anderen Grenzen, schütze ich mein Territorium; lasse niemand eindringen. Eine wesentliche Fähigkeit um sich Freiheiten zu geben. Ein Widerspruch in sich?

Ein Beispiel aus dem alltäglichen Leben: In der Beziehung bestimmt nur ein Partner die Marschrichtung. Dieser eine gibt an, in welchen Film beide gehen, zu welchem Italiener, wann die Familie besucht wird usw. Der andere Partner steckt seine Bedürfnisse zurück. Es gibt keine Grenze, bei der ein NEIN kommt, ein ‚Ich möchte dies nicht‘.

Ein Beispiel aus dem beruflichen Alltag: Ein guter Verkäufer kann auch mit sogenannten anspruchsvollen Kunden gut umgehen. Die Grenze der Toleranz ist erreicht, wenn die Äußerungen eines Kunden ‚unter die Gürtellinie‘ gehen. Setzt der Verkäufer keine klare Grenze, wird er immer weiter das Opfer seiner Kunden sein.

Baut nun jeder Mensch eine Grenze um sich auf, wird ein Zusammenleben unmöglich. Ohne Grenze besteht jedoch die Gefahr unterzugehen. Sprechen wir deshalb lieber von einem Schutzschild, bei dem wir selbst bestimmen, wie durchlässig er ist.

Bedeutungen des Rahmens

Ein Rahmen gibt Halt. Ein Rahmen gibt Freiheit. Kenne ich die Rahmenbedingungen, kann ich mich daran orientieren. Verlasse ich einen Rahmen, habe ich die Chance, eine Situation von außen zu betrachten. Es zeigen sich neue Handlungsalternativen, die ich innerhalb meines ‚Situationsrahmens‘ nicht sehen konnte.

Auch eine Beziehung weist einen Rahmen auf, sowohl im geschäftlichen als auch im privaten. Innerhalb eines bestimmten Rahmens wissen die Beteiligten wie sie sich verhalten können, welche Tabus vorhanden sind, welche Freiheiten gegeben sind. Für ein gutes Miteinander ist somit eine Übereinstimmung in der Vorstellung des Rahmens die Voraussetzung. Diese Übereinstimmung muss nicht dauerhaft sein. Sie kann auch ausschließlich auf eine bestimmte Situation, z.B. Vertragsverhandlung über ein Gerät X sein. Und sobald sich Bedingungen langfristig verändern, werden auch die Rahmen angespasst.

Rahmen sind flexibel. Sie haben insbesondere gegenüber einer Grenze den Vorteil: Ich brauche sie nicht zu verteidigen! Denn wer ständig seine Grenzen verteidigt, bleibt in ihnen stecken.

Was also wählen Sie?

Autor: Ursula Vormwald

 

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